"Sven-Kristian Wolf ist ein Meister der Dystopie." Dr. Alfred Aichinger, Psycho- und Lehrtherapeut. 

 

 

"Fear comes from not seeing the whole thing". 

Als Fotograf etwas nicht zu zeigen ist das einfachste der Welt. Wesentlich interessanter ist es alles zu zeigen - und den Betrachter dennoch ratlos zurück zu lassen.  Ich wollte eine Portraitserie schaffen, in der eines der wesentlichsten Elemente der Portrait-Fotografie, der Gesichtsausdruck,  fehlt. 

"Kontinuum" ist eine Serie über wiederkehrende Albträume und deren anscheinende Absurdität. An David Lynchs Satz "Fear comes from not seeing the whole thing" angelehnt  zeigen sie zwar die Szene - lösen aber Verwirrung aber trotz  klarer Bildsprache und Nicht-Verschleierung der visuellen Tatsachen aus.  Insofern ist das  reine "Sehen" als etwas Unzulängliches zu betrachten. 

Der Luftballon - ein Requisit , auf das ich gerne und oft zugreife - ist die Stabilität in den verstörenden Szenen. Ein Festhalten an Bekanntem,  kindliches  Klammern an Sicherheit.

Einen wichtigen Teil tragen die Titel bei. Sie geben dem rein visuellen Erlebnis die Tiefe die es braucht, um in das Bild einzutauchen. Die Titel werden beim Anklicken des Bildes sichtbar. 

 

Zu den Aufnahmen: 

Nach Möglichkeit habe ich vorhandenes Licht genutzt um die Atmosphäre authentisch einzufangen und nur an kleinen Stellen zusätzlich künstliches Licht verwendet.

Die Szenen leben zu einem großen Teil von der Umgebung. Hier ist jedes Detail geplant.  Inspiration kommt zweifellos auch von den Menschen, die diese nutzen oder nutzten: In "Psalm 16" ist es unverkennbar Max Reinhardts Arbeitszimmer. Aber auch der Barbershop, die Bahnhofshalle oder die Eisdiele  geben den verstörenden Figuren das ideale Umfeld.