Als Erstdruck verfügbar. 

 

Wie viele Salzburger liebe ich Georg Trakl. In meiner Serie geht es um den Besuch Trakls - heute, im Jahr 2022 - und wie er Salzburg in Depression wahrnimmt. Wie in fast allen meinen Bildern geht es nicht um konkrete Darstellungen sondern um das "How does it feel?".  Natürlich - einige Gedichte hatten mehr Einfluss auf die Fotografien als andere. Und wer die Wirkung von "Salzburg im Föhn" bildlich wieder erkennt liegt wohl nicht ganz falsch.  Auch die Handschrift Kubins aus dem Trakl/Kubin Buch "Offenbarung und Untergang" ist nicht ganz von der Hand zu weisen. 

Salzburgs Sehenswürdigkeiten haben sich seit Trakls Tod 1914 nicht sehr verändert - aber es sind kleine Details, die den Unterschied ausmachen. 

 

Zu den Aufnahmen: 

Trakls Gedichte szenisch umzusetzen und gleichzeitig die Stimmung einzufangen halte ich persönlich für sehr schwierig bis unmöglich.  So blieb mir nur übrig, die Atmosphäre in Kombination mit Orten, die Trakl besucht hat oder besucht haben könnte, fotografisch umzusetzen. 

Stilistisch habe ich mich - wenig überraschend - für eine expressionistische Bildsprache entschieden. 

Die spezielle Bildwirkung  entspringt der Doppelbelichtung, einer speziellen Belichtungsmethode und einem so genannten Layer von  Mauerstrukturen  von Salzburgs Friedhöfen, welches über die doppelt belichtete Fotografie gelegt wird.